Beiträge von Doerthe

    Wow, was Neues gelernt. Ich dachte vorher, Gerbstoffe seien für Meerlis per se schlecht. Wohne an einem Eichenwald. Als ich in Covid-Quarantäne hockte und zu wenig Menschen fand, die mir Frischfutter anlieferten (bei um die 50-70 Tieren sind das keine Kleinmengen) hab ich den Haselnussstrauch im Garten „abgeernet“. Die Eichen hätten mehr hergegeben ;-)

    Wenn möglich, nimm die gemachten Bilder für die Einholung der Zweitmeinung mit, das erspart dem Tier die Fahrerei und dir ggf. auch (digitale Übertragung). Bei menschlichen Patienten gibt es Praxisübergreifende Fallbesprechungen; vielleicht sind die TÄ auch sozialisiert genug, um sich so etwas gegenüber offen zu sein. Ich hab bei Ultraschall auch schon völlige Fehldiagnosen erlebt. Von TÄ, die grundsätzlich sehr kompetent ist. Anberaumt wurde sozusagen Kaiserschnitt zur Entfernung mutmaßlich abgestorbener Föten, tatsächlich war es ein Mini-Abzess am Darm. Ich denk manchmal, dass die Diagnostik in der Tiermedizin besser ist, als die Behandlungsoptionen. Krebs an Organen hat leider schlechte Aussichten. Auch bei OPs.

    Wie lang man Tiere „allein“ lassen kann, hängt neben den vorgenannten Dingen (Haltungsform, Gruppengröße, wer pflegt denn da) auch vom eigenen Socherheitsbedürfnis ab und vorherigen Erfahrungen. Ich hatte zB noch kein Schwein mit Aufgasung. Da wäre m.E. auch die Frage, ob derjenige, der pflegt, das erkennen würde und reagieren könnte (Tiere einfangen, zum Tierarzt und Behandlung durchführen). Wenn man davon ausgeht, dass solche Notfälle immer auftreten könnten, kann man fast nur zuhause bleiben. Zum-in-Urlaub fahren (und wohin? Rückreise jederzeit fix möglich oder nicht?) braucht es Optimismus. Ich bin optimistisch, aber war (ich hab idR mehr als 50 Tiere) nicht länger als 7 Tage weg. Eine Stallhilfe mistet aus, der Sohn (18) füttert, hat Auto und die Kontaktdaten der Tierärztin. Mehr kann man nicht machen, fürchte ich. Ich bringe es aber auch fertig, einfach mal einen Tag abwesend zu sein, wo keiner guckt. Die baulichen Gegebenheiten geben das her. In der Lammzeit (wenn Würfe anstehen) mache ich das allerdings nicht. Und auch nicht, wenn gerade eines gepäppelt wird o.ä. Bislang ist das immer gut gegangen. Ich habs aber als Mutter auch gebracht, mit meinem Mann ins Restaurant gegenüber zu gehen mitsamt weitreichendem Babyphon. Fanden andere unverantwortlich, es könnte schließlich ein Brand ausbrechen. Könnte. Ich würde kirre werden, würde ich immer von Katastrophen ausgehen.

    Bei Blut im Auge denk ich nicht als erstes an Verknöcherung, hatte aber noch kein solches Schwein. Ich denk da eher an geplatztes Äderchen, also meinen Mann, wenn der Stress hat. 🙈 Umso lehrreicher wäre, was der Tierarzt gesagt hat.

    Gibt es für die Aussage oben (kochendes Wasser reicht, Dauer egal) irgendwelche Nachweise, z. B. wissenschaftliche Untersuchungen?

    Oder beruht diese Aussage auf deinen Erfahrungen?


    Warum ist Hygienespüler nur für die Psyche gut? Hast du Nachweise darüber, dass er nichts bringt?

    Paprika hat vollständig und korrekt geantwortet.


    Kochendes Wasser: Es würde sogar 60 Grad reichen, wenn diese 60 Grad sicher alle „Eier“ der Kokzidien erwischen würden (wie in einer Waschmaschine - sofern die tatsächlich die 60 Grad erreicht, wenn man 60 Grad einstellt - das ist nicht unbedingt der Fall). Google weiß, dass das so ist ;-)


    Warum reichen „sichergestellte“ 60 Grad? Bei 60 Grad denauturiert das Eiweiß, es flockt aus und die Eier sind dann hinüber. Ich weiß das ausm Bio-Unterricht; Google wirds bestätigen. 100 Grad drüberkippen stellt sicher, dass bei allen zumindest 60 Grad „ankommt“. Die Dauer ist dann nicht entscheidend, Augenblicke reichen, denn kaputt ist kaputt. (Wenn du dir an heißem Wasser die Pfoten verbrühst, ist das der gleiche Vorgang. Geht schnell).


    Wenn aber 60 (bzw. 100 Grad) reicht, um die Eier zu killen, wozu dann noch Hygienespüler? Sinnfrei.


    Sinnfrei auch, weil Hygienespüler gegen bestimmte Pilze, Viren, Bakterien wirksam ist. Kokzidien sind aber weder Pilze, noch Viren, noch Bakterien. Wirksam gegen Kokzidien wären z.B. Mittel mit Kresolen. Da sind sich alle einig (z.B. Kaninchenwiese.de; Stallbedarf24.de);


    esccap.de (das sind DIE Profis; deren Empfehlungen folgen Tierärzte) weisen auf 10% Ammoniaklösung hin als Alternative. Das sind heftige Mittel. Da badet man NICHT die Hände drin. Da trägt man vollständige Schutzkleidung.


    Auch wenn Google behauptet, dass Sagrotan Kresole enthält: Auf der Inhaltsliste des Sagrotan-Hygienespülers stehen keine! (Wundert mich nicht, denn Kresole können schwere Allergien auslösen und Augenreizungen). (Die sind m.E. nix für Wäsche, allenfalls für Oberflächen).


    Kurzum: Die mir bekannten Hygienespüler sind ALLE nicht wirksam gegen Kokzidien, denn sie enthalten keine Kresole. Hätte das Wasser aber (60-)100 Grad, dann bringt der Hygienespüler zwar immer noch nix, aber das Wasser wirkt ;-) Und das auch schnell und nicht erst nach Stunden.


    Edit: Behaupten und Googeln lässt sich vieles und auch Unsinn, aber da ich mehrere Jahre in der medizinischen Fachkommunikation gearbeitet habe, maße ich mir an, dass ich wissenschaftlich fundierte Aussagen von Blödsinn unterscheiden kann und mit den Jahren auch einfach „weiß“, welche Quellen verlässlich und fundiert sind und welche eher Quark verzapfen.

    Ich hab spontan in den letzten Beiträgen von nasentier keinen Unsinn entdeckt. Finde die Kommunikation von dir, Andi, gerade unangemessen, da eine globale Aussage getroffen wurde.


    Als ich damals Kokzidien und Würmer hatte, hatte das Labor bei 3-Tage-Sammelprobe in dem einen Gehege das eine, im zweiten das andere und im dritten nix gefunden. Das kam mir direkt unsinnig vor, tatsächlich hatten alle alles. Manche Parasiten lassen sich nur im frischen Kot entdecken, Kokzidien aber problemlos in Sammelprobe. Ich hab mir dann ein Mikroskop zugelegt und die Flotation selbst durchgeführt. Das ist kein Hexenwerk. Und da ich 17 Gehege habe, wars auch günstiger. Ich behaupte, dass ich nicht bei allem, was da zu sehen ist, erkenne, was es ist. Aber Kokzidien und Wurmeier erkenne ich und sie lassen sich anhand der Größe gut unterscheiden. So konnte ich schon während der Behandlung feststellen, wo sie anschlug und wo nicht und nach wie viel Tagen nix mehr da war.

    Ich glaub, der „Geruch“ der Kokzidien kommt daher, dass sie oft mit Hefebesiedlung einhergehen. Dh die Kokzidien verändern die Darmflora und dann gedeihen die Hefen. Es reicht zumeist, die Kokzidien los zu werden, damit sich das normalisiert.