Der kleine Joey kam am 28.02.08 zu uns. Als wir ihn aus dem ungemütlichen Käfig der Zoohandlung befreiten, saß er im Futtertopf. Deshalb hatte er gleich seinen Namen weg. Er hatte sich schon nach kurzer Zeit an uns gewöhnt, und ich mich auch an ihn.
Joey war 'mein' erstes Meerschweinchen. Ich war zuerst skeptisch, doch hab ihn rasend schnell lieb gewonnen. So ein putziges Kerlchen. Und mit welcher Wonne er Riesen Gurkenstückchen verschlang. Es war ein Test meiner Freundin, weil ich so skeptisch war. Sie hatte am letzten Wochenende Geburtstag und so schenkte ich ihr unter anderem einen Gutschein für ein zweites Meerschweinchen. Damit Joey nicht so alleine ist. Leider hatte er am Mittwoch bereits nur geschlafen. Am Donnerstag war sein linkes Auge halb zugeschwollen. Ich sollte Freitag gleich morgens mit ihm zum Tierarzt, wenn es nicht besser wäre. Er war am Freitag morgen (im Nachhinein erschreckend) gut 'drauf'. Er hüpfte durch den Käfig, wie er es vorher fast jeden Tag tat und nahm gleich Angriff auf das leckere Salatblatt. Das Auge war wieder o.k. Nun konnte ich dem Schmaus nicht lange Beachtung schenken, es war noch genug zu tun.
Frohen Mutes, das es ihm scheinbar besser ging, erschrak ich Nachmittags fast. Er lag wieder in der Ecke und schlief, vom Salatblatt war doch mehr als die Hälfte übrig (sonst in 30 Minuten kein Problem). Er wurde wach und begrüsste mich, schien aber einen leeren Blick zu haben. Wir stellten ihn ins ruhige Schlafzimmer und die Feier begann. Am nächsten morgen wechselte das Bild weiter von 'gut drauf' bis 'schlafend'. Insgesamt wirkte er jedoch besser als Freitag. Am Sonntag kam der Schock, er bewegte sich wie eine mit BSE erkrankte Kuh. Wir sind sofort zum Tierarzt, der die Diagnose Meerschweinlähme stellte. Erst durch eure Seite kam der erschreckende Hinweis, daß es tödlich endet. Wahrscheinlich hätten wir die Antibioseinjektion und die Qual mit dem Critical Care gleich sein gelassen.
Denn ab jetzt nahm sein Gesundheitsszustand rapide ab, erschreckende Trauer um das arme Tier ergriff mich. Er konnte selbst seine Beine und den Kopf kaum noch bewegen. Scheinbar war essen und atmen das einzige, was jetzt noch möglich war. Ich saß sehr häufig an seinem Käfig, doch er lag nur auf der Seite und schaute mich hilflos an. Ich wusste, daß es das letzte Mal war, daß ich ihn hier sehe. Meine Freundin fuhr sofort morgens zum Tierarzt. Ich musste arbeiten. Seit heute morgen ist Joey auf der Regenbogenbrücke und fühlt sich wieder gut, springt und tollt auf der Weide. Und dem nächsten Meerschweinchen werde ich diese Qual ersparen, sollte es diese Diagnose gestellt bekommen. Sich nicht in seinem Körper bewegen zu können, muß schrecklich sein.
Joey, wir lieben Dich. + 14.04.2008